WAS GOTT SCHENKT - DAS IST KOSTENLOS

Gerade sitze ich im Garten und trinke meine morgendliche Tasse Kaffee. Es ist meine heilige Zeit, in der ich Kraft tanke im Gespräch mit Gott, bevor der Trubel des Alltags mich in Empfang nimmt. Heute habe ich das Vergnügen gehabt, die erste reife Erdbeere zu essen. Überall in unserem Garten habe ich zwischen Blumen und Kräutern Erdbeerpflanzen verteilt. Ich liebe diese wunderschönen, knallroten, süßen Früchte - vielleicht weil ich im Juni Geburtstag habe und es dann immer leckeren Erbeerkuchen gab...

 

Überhaupt erinnere ich mich gerne an meine Kindheit, in der es zu jeder Jahreszeit Früchte, Beeren und Gemüse im Garten zu ernten gab. Manchmal sogar ganze Wäschekörbe voller dicker roter Kirschen. Wir haben sie als Kinder auf hohen Leitern von den Bäumen am Kirschenstück geholt.  Ich habe den Garten mit den vielen Obstbäumen immer als Geschenk empfunden. Und so habe ich -obwohl unser Garten in Heidelberg  nur klein ist - viele Beerensträucher und Obstbäume gesetzt: Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Sauerkirsche, Heidelbeere, Apfel, Birne ... und sogar ein Feigenbaum. Eine wunderbar herrliche Vielfalt an Früchten!

 

Ich liebe es, morgens in den Garten zu kommen und die Entwicklung der Früchte zu beobachten. Und ich staune über das Geschenk des Wachstums. Es passiert von ganz alleine, stetig, leise, kraftvoll. Zwar haben wir die Büsche und Bäume  eingepflanzt, aber Gott schenkt, dass sie wachsen und Früchte bringen. Dass dieses Jahr so viele Aprikosen am Baum hängen ist ein Geschenk. Es hat mich nichts zusätzlich gekostet. Sie wachsen und ich darf sie genießen. Wenn ich gepflanzt oder gesät habe, brauche ich mich einfach nur beschenken lassen. Gott hat vor langer Zeit das Versprechen gegeben, dass ER Wachstum schenkt. Es ist ein nie zu Ende gehendes Geschenk Gottes: "Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht (1Mose 8,22)."

 

Für mich sind diese Obstbäume und Beerensträucher auch eine Erinnerung und ein Sinnbild für Gottes Gnade. Sie ist da in der ganzen Fülle und Vielfalt! Sie reicht aus für mein ganzes Leben! Und Gott schenkt sie kostenlos!  So wie die Früchte in meinem Garten einfach von selbst wachsen und reifen, darf ich erleben, dass Gott mir seine Liebe und Gnade jeden Tag schenkt - stetig, leise und kraftvoll.

Ich brauche und kann nichts dafür tun,  als einfach nur empfangen. Brauche nichts leisten, muss nicht um Aufmerksamkeit oder Anerkennung buhlen. Und ich brauche keine Angst haben, dass seine Liebe und Gnade irgendwann aufhören! Und das wird jeden einzelnen Tag meines Lebens so sein. So wie das Wachstum in meinem Garten nie aufhören wird, so wird auch die Gnade und Liebe Gottes mir gegenüber nie aufhören. Auch das hat er vor langer Zeit zugesichert und in der Geschichte mit seinem Volk hundertfach erwiesen: "Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden morgen neu" (Klagelieder 3,22f.).

 

Und so sitze ich mit meiner Tasse Kaffee im Garten und freue mich unbändig über die erste reife Erdbeere und darüber, dass auch an diesem Morgen Gottes Gnade wieder in der ganzen Fülle da ist. Ich darf genießen und empfangen.