GEMEINDE- DAS BESTE WAS ES GIBT?

Letztes Wochenende war ich mit Andreas zusammen auf der Gemeindefreizeit meiner Heimatgemeinde. Wir durften dort die Bibelarbeiten halten. Ich war echt aufgeregt - ich hatte das dort noch nie gemacht. Für mich war das eine ganz besondere Erfahrung und ein besonderes Vorrecht. Dieser Dienst hat bei mir eine neue Sehnsucht geweckt, mich von Gott wirklich gebrauchen zu lassen und sein Wort weiterzugeben. Und wieder einmal haben wir die Erfahrung gemacht, dass Gott doppelt segnet, wenn wir gemeinsam IHM dienen.

 

Es hat aber auch viele Erinnerungen an meine Kindheit geweckt: Ich habe in Gesichter schaut, die einem von klein auf vertraut sind:  Onkel und Tanten, die mich schon viele Jahre mit Wohlwollen und Liebe begleiten, Schulkameraden und Freundinnen, mit denen ich Freud und Leid in Kindheit und Jugend geteilt habe, und deren Kinder, aus deren Gesichter ich ihre Familienzugehörigkeit ablesen kann, auch wenn ich sie nicht kenne. Ich fühle mich an meine eigene Zeit als Kind in dieser Gemeinde erinnert und viele  Erinnerungen kamen in mir hoch.... vor fast 40 Jahren war ich Kind in dieser Gemeinde und habe selbst viele Freizeiten in diesem Haus erlebt.

 

Auch wenn ich um die Schwierigkeiten weiß, die es auch in dieser Gemeinde gibt, so bin ich doch neu zu tiefst dankbar geworden - für Gemeinde allgemein und ganz speziell für diese Gemeinde: Es ist meine Heimatgemeinde. Ich durfte dort als Kind eine tiefe Zugehörigkeit und Gemeinschaft zwischen jung und alt erleben. Ich war eingebettet in diese "Gemeindefamilie" - mit Jungschar, Sonntagschule und Zeltlagern, mit Chor und Gemeindefesten. In der Jugend war ich teil eines Jugendkreises, der nach außen orientiert war mit Straßeneinsätzen, Hilfstransporten nach Rumänien, Konferenzen. Wir streckten uns aus nach Gott und nach dem, was ER mit uns vorhat. Das hat mich geprägt.

 

Und jetzt, mit so viel Jahren Abstand, blicke ich auf dieselbe Gemeinde: Immer noch geben Sie Kindern und Jugendlichen ein zu Hause. Das Miteinander von Jung & Alt wie ich es am letzten Wochenende erlebt habe, hat mein Herz zu tiefst berührt. Beim Lagerfeuer Abend gemeinsam miteinander zu singen oder das Bemühen, gerade den Kindern und Jugendlichen eine tolle Zeit zu bieten.

Nie habe ich in meiner Kindheit und Jugend erlebt, dass sich ältere Gemeindeglieder über meine Klamotten, unser Verhalten, die englischen Lieder im Gottesdienst oder was immer es für Anlässe geben würde, beschwert haben! Wir durften "leben" uns ausprobieren - alles war möglich! Selbst als das Gemeindehaus grundlegend umgebaut wurde bestimmten nicht die älteren, wie es werden sollte. Sie schufteten auf der Baustelle, überließen den Jüngeren die Entscheidungen. Nach dem Motto: wir bauen es doch für euch. Der Rentnertruppe der grauen Panther, hat gearbeitet, damit es für die Kinder und Jugendlichen gute Möglichkeiten in der Gemeinde gibt. Bis jetzt imponiert mir dieses Verhalten. Ich bin Gott unendlich dankbar, eine solche Gemeinde erlebt zu haben. Ein Zuhause, ein Ort wo ich Freunde treffe und Freundschaften die Zeit überdauern.

 

 

Auch wenn es in jeder Gemeinde "menschelt", auch wenn sicher nicht alles zum Besten steht, ist Gemeinde doch das Beste, was wir unseren Kindern und uns selbst als Heimat geben können. Einen Ort der Geborgenheit. Einen Ort, wo wir miteinander Gott Suchen und IHN anbeten. Ich bin dankbar dass ich das selbst als Kind erleben durfte und möchte es auch meinen Kindern mitgeben. Ich möchte selbst Teil von Gemeinde sein - auch wenn ich verletzt werde und Enttäuschungen erlebe. Möchte meinen Beitrag geben, um Kindern meinen Kindern einen solchen Ort zu ermöglichen.

 

 

Deshalb nun ein Wort an alle, die vielleicht gerade Gemeindefrust haben (und da bin ich mit eingeschlossen). Gemeinde wird nie vollkommen sein. Wir werden dort immer enttäuscht und verletzt werden. Aber ich möchte dazu beitragen, dass meine Kinder und auch andere Menschen Gemeinde als Ort der Geborgenheit, des Wohlwollens erleben. . Als einen Ort, wo sie angenommen, geliebt und wertgeschätzt werden, gefördert und begleitet. Dass ich das selbst in meiner Kindheit und Jugend erlebt habe, verdanke ich dieser "tollen Truppe", die meine Heimatgemeinde ist! Damit habe ich einen unendlichen Schatz in meinem Leben und dafür sage ich Danke!