ERFAHRUNGEN ALS FUßBALL-MUTTER

Alle unsere Kinder lieben Fußball. Wir hatten früher einen großen Garten, in dem zwei Fußballtore standen und es gab bei schönem Wetter fast keinen Tag, wo sie nicht mit Freunden oder Andreas, ihrem Papa, dort gespielt haben. Außerdem wollten sie alle schon früh in einem Verein spielen. Ein Jahr lang waren sie alle vier in unterschiedlichen Mannschaften, was bedeutet, dass wir an jedem Wochenende eigentlich bei vier Fußballspielen hätte zuschauen sollen. Gefühlt habe ich also zu manchen Zeiten fast so viel Zeit auf dem Fußballplatz verbracht, wie in der Gemeinde. Naja, vielleicht nicht ganz.

 

Aber ich habe tatsächlich schon unzählige Fußballspiele meiner Kinder gesehen: verdiente und unverdiente Siege, verdiente und unverdiente Niederlagen, heißumkämpfte Pokalspiele, langweilige Ligaspiele, Spiele wo der Schiedsrichter weinend vom Platz ist und Spiele, wo sich Eltern fast geprügelt haben. Ich habe die Aufstiege und Abstiege ihrer Mannschaften mit erlebt, unglaublich tolle Trainer kennengelernt, auch ein paar schlechte, aber vor allen Dingen auch viele nette Eltern. Kurzum, es war oft toll, mit anderen Eltern am Fußballfeld zu stehen und Beziehungen zu vertiefen. Freundschaften sind gewachsen…

 

 

Nach unserem Umzug nach Heidelberg war dies etwas anders. Unsere Jungs haben öfter den Verein gewechselt, so dass ich nach vier Saisons mittlerweile schon neun verschiedene Mannschaften kennengelernt habe – und natürlich die dazugehörigen Eltern. Ich gebe ehrlich zu, dass ich langsam den Überblick verliere. In der letzten Saison war ich froh, wenn ich wenigsten noch die Namen von 2 oder 3 anderen Spielern kannte und deren Eltern.

 

Soll ich mir das überhaupt noch antun bei Wind und Wetter die Spiele anzuschauen? Lohnt es sich überhaupt? Könnte ich meine Zeit nicht sinnvoller investieren? Macht es einen Unterschied, ob ich da bin oder nicht (den Jungs war das oft gar nicht soo wichtig)? Diese Fragen habe ich mir gestellt und dann habe ich die Entscheidung getroffen: Ich möchte einfach meinen Söhnen zeigen, dass ich sie liebe und deshalb schaue ich die Spiele an. Aber: Ich stehe nicht nur einfach rum, sondern ich nutze die Zeit am Spielfeldrand bewusst und bete für sie. Dies  lässt diese Zeit für mich  jede Woche wieder neu zu einer wertvoll investierten Zeit werden. Und wenn Gott es schenkt, dass ich andere Eltern kennenlerne und für die Mannschaft hilfreich sein kann, nehme ich das gerne an.

 

Gebet am Fußballplatz

Herr, ich danke dir für diesen kraftstrotzenden, durchtrainierten Teenager, von dem ich selbst mittlerweile so viel lernen kann!
Ich danke Dir für seine Gesundheit und Energiet.
Ich danke Dir für sein Herz und seine Leidenschaft!
Vater, Du siehst wie viel Zeit er im Training verbringt, mit den Trainern und anderen Spielern.

Segne seine Trainer, dass sie weise handeln und ihm zum Segen werden.
Ich bitte Dich von Herzen, dass Du ihn ein gutes Vorbild sein lässt und er selbst dadurch wächst.
Lass ihn durch diesen Sport und jedes einzelne Spiel an Selbstvertrauen gewinnen und seine Stärken immer besser erkennen.

Ich bete, dass dieser Sport ihn lehrt, auch im Wettbewerb und unter Druck standzuhalten.

Lehre ihn, dass auch im geistlichen Leben Siege immer etwas kosten und man den Gegner nie unterschätzen darf.

 

Ich bete, dass er fair bleibt, auch wenn andere unfair sind, foulen und beleidigen.

Ich bete, dass er lernt...

... zu kämpfen und nicht aufzugeben

... sich von Rückschlägen niemals entmutigen zu lassen.

... sich selbst etwas zuzutrauen und das beste zu geben - egal wie der Spielstand ist.

Ich bete...

... dass in dieser Mannschaft jeder bereit ist für den anderen zu kämpfen - nicht für sich selbst.

... dass er nie aufhört, mutig vorwärts zu gehen, auch wenn mal ein Schuss daneben geht.

... dass er nie vergißt: Auch im Leben wird nicht jeder Einsatz mit Erfolg belohnt.

... sich nach einem Foul neu aufzurappeln, auch wenn es weh tut.

... mit allen Menschen irgendwie klar zu kommen - auch wenn sie ihre Macken haben!

... dass er erkennt, dass das Gelingen auch im Leben niemals nur in der eigenen Kraft liegt!

Ich bete, dass DU HERR, ihn durch diesen Sport mehr und mehr zu der Person werden lässt, die DU DIR gedacht hast, als Du ihn geschaffen hast....

DANKE GOTT FÜR DIESEN TOLLEN JUNGEN!